
Es ist die größte Freud auf Erden
als Badener gebor`n zu werden
vergiß nie, wo Deine Wiege stand
sei stolz und treu dem Bad`ner Land
Suchst in der Ferne Du das Glück
holt Dich die Sehnsucht stets zurück
Glück für uns, daß sich schnell fand
ein Baugrundstück im Bad`ner Land
Eichelberg, umringt von Wald und Reben
dies war der Wunsch und unser Streben
Dort lassen wir uns nieder
Oh, Bad`ner Land du hast uns wieder

Das Badner Lied
1.
Das schönste Land in Deutschlands Gaun,
Das ist mein Badnerland
Es ist so herrlich anzuschaun
Und ruht in Gottes Hand.
Refrain
Drum grüß ich dich mein Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land,
Frisch auf, frisch auf;
Frisch auf, frisch auf
Frisch auf frisch auf mein Badnerland!
2.
In Karlsruh' ist die Residenz
In Mannheim die Fabrik,
In Rastatt steht die Festung
und das ist Badens Glück.
3.
Alt Heidelberg du Feine,
Du Stadt an Ehren reich,
Am Neckar und am Rheine
Keine andre kommt dir gleich.
4.
In Hasslach gräbt man Silbererz,
Bei Freiburg wächst der Wein,
Im Schwarzwald schöne Mägdelein,
Ein Badner möcht ich sein!
Soweit die offiziellen Strophen.
Hier nun eine Sammlung an inoffiziellen Strophen.
5.
In Maxau ist der Rhein noch blau,
in Mannheim wird er grau -
da fließt der Neckar in den Rhein,
die alte Schwabensau!
Alternativ-Refrain
Drum grüß ich dich,mein Badnerland
Du edle Perl im deutschen Land
Der Schwob muss raus,
Der Schwob muss raus,
Der Schwob muss raus ausm Badnerland!
6.
Der Bauer und der Edelmann,
das stolze Militär,
die sehn einander fröhlich an
und das ist Badens Ehr!
7.
Zell-Weierbach ein gastlich Dorf,
da kehrt man gerne ein -
und trinkt, sofern man Kenner ist,
vom Abtsberg edlen Wein.
8.
Im Wiesental Fabriken stehn,
wie Schlösser klar und hell;
Rauchfahnen aus Kaminen wehn,
von Lörrach bis nach Zell.
9.
Vom Odenwald zum Bodensee,
entlang des Rheines Strand -
umgrenzt von dunklen Tannenhöhn,
liegt unser Badnerland !
10.
Solang die Farben gelb-rot-gelb
bei uns am Maste wehn
solang wird unser Badnerland
niemals untergehn!
11.
In Durlach wächst der Trainsoldat,
in Maxau fließt der Rhein -
in Rintheim frisst man Specksalat,
ich möcht ein Badner sein !
12.
Üb immer Treu' und Redlichkeit,
bis in Dein kühles Grab,
und weiche keinen Fingerbreit,
vom Badner Wege ab !
13.
Bei Sipplingen ist Pumpstation,
da pumpet's Wasser 'naus,
doch vorher brunsle Badner nei,
und Schwabe saufet's aus.
14.
Und Konstanz liegt am Bodensee,
durchströmt vom jungen Rhein;
des Hegaus Berge winken
im gold'nen Sonnenschein!
15.
Und wer verrät das Badner Land,
der wird gleich massakriert,
der wird wie jener Schwabenfreund
zum Galgen Freiburgs hingeführt!
16.
Vergiss niemals die Heimat,
wo deine Wiege stand,
du findest in der Ferne
kein zweites Badner Land!
17.
In Offenburg sind wir zu Haus,
die Stadt am Kinzigstrand -
das Tor zum Schwarzwald auch genannt,
im schönen Badner Land !
18.
Ein Badner möcht ich auch gern sein,
denkt sich so mancher Schwob -
und weint dann leis in sich hinein.
Er wird es nie - gottlob.
19.
Egal wie heut' das Spiel auch lief,
für alles gibt's ein' Grund!
Mal geht es gut, mal geht es schief,
der Fußball ist für alle rund!
20.
Wie schön ist's noch im Badnerland.
Am Kaiserstuhl wächst Wein.
Dies KKW in Wyhl - oh Schand,
wir Badner sagen nein.
21.
In Karlsruh' spielt der KSC,
in Freiburg der SC.
In Stuttgart gurkt der VfB!
Oh weh, oh weh, oh weh!
22.
Man merkt, daß wir kei' Schwabe sind,
Und wißt ihr auch warum?
Mir denke erst und schaffe dann,
bei de Schwabe isch's andersrum.
23.
Berlin wird auch noch badisch,
die Mauer ist gefällt -
der Osten demokratisch
und wir die Herrn der Welt!
24.
Der SC-Freiburg - Badens Stolz
in Fußball ist fürwahr,
ein Club aus einem b'sondern Holz,
das ist uns allen klar!
25.
In Müllheim gibt's den Reggenhag,
bei Schliengen's Sonnenstück,
bei Auggen Schäf und Letten
und das ist unser Glück!
26.
Der Feldberg ist der schönste Berg,
Im ganzen Badnerland,
die schwäbsche Alb dagegen,
die allergrößte Schand !
27.
In Baden-Baden steht ein Schloß,
auf festem Felsengrund,
in Baden-Baden´s Zauberquell´,
da bade dich gesund.
28.
Und wir die Gegend Achern-Bühl,
wir sind das Zwetschgenland.
Die blaue Frucht, die hier gedeiht,
Die ist ja weltbekannt.
29.
Im Tal der Murg zu Gaggenau
da liegt, ein jeder kennt´s,
berühmt durch seinen Autobau -
das Werk Mercedes Benz.
30.
Der bad´sche Stiefel reichte stets
vom Bodensee zum Main
und wer ihn schwäbisch machen will,
kann uns gestohlen sein.
31.
Von Schwaben unterdrückt,
auf`s Letzte ausgebeut,
wer letzten Endes siegt,
das sind die tapfern Badnerleut!
32.
In Odne braut man braunes Bier,
in Zeutern wächst der Wein,
in Stettfeld wächst das Sauerkraut,
ein Bad'ner müßt man sein.
33.
Wenn heute fern vom Heimatland
die bunten Fahnen wehn,
im Geiste sehn wir gelb rot gelb
die Sonne auf- und untergehn!
34.
In Woibst do steht ä Brauerei,
die sich Adler nennt,
und wem des net g'fällt,
der sich nicht Badner nennt!
35.
In Kronau laufen Deppen rum
in Langebrücken auch.
So Ähnlich sehen Schwaben aus,
und die müssen aus Baden raus.
36.
Das dümmste Volk der ganzen Welt
das ist das Schwabenpack!
Es ist so dumm und dämlich,
drum haut es auf den Sack!
37.
Der Kraichgau ist ein Hügelland,
wo meine Wiege stand,
und Sinse ist der schönste Ort,
von allen Städten dort.
(Refr.: Drum preis` ich Sinse weit und breit,
und bleib dort auch für alle Zeit.)
38.
Ein Landsmann den man Hecker nennt,
der hat es uns gezeigt,
wie man das schöne Badnerland,
vom Schwabenpack befreit.
39.
In Pfinztal gibt es ein Problem,
und das ist der Verkehr,
denn aus Berlin da kommt kein Geld,
das ärgert Baden sehr!
40.
In Zell da macht man Porzellan,
In Entersbach Papier
In Biberach da braut man
Das weltberühmte Jehlebier.
41.
In Schönau ist das Amtsgericht
und auch die Talvogtei,
die Bürger froh und stolz d´rauf sind,
ein Badner fühlt sich immer frei.
42.
In Tiengen ist die Gipsfabrik
mit einer Drahtseilbahn,
womit man auch sein Liebchen
spazieren fahren kann.
43.
Die erste Stadt am Donaurand,
die ist euch wohl bekannt,
sie liegt am Fus des Wartenberg´s
und wird Geisingen genannt.
44.
Bad Rappenau am Landesrand,
von Schwaben infiziert,
wird niemals Teil vom Unterland
und stets von Baden regiert.
45.
In Mosbach wird viel Holz gemacht
in Buchen viel Kultur
da wird auch mal die Sau geschlacht'
das gibt's in Baden nur.
46.
In Sinsheim das Museum ist,
in Eppingen das Bier,
im Kraichgau wird so gern geküsst,
mein Baden, hier gefällt es mir.
47.
Wer Daisbach kennt im Schwarzbachtal,
der niemals es vergisst.
Den SV dann noch anzuschauen,
der weiß, wie schön es ist.
48.
Am Bodensee, am Strande,
da ruht sich's prächtig aus,
er setzt dem Badnerlande
die schönste Krone auf.
49.
Vom Hegau und seinen Bergen
steht geschrieben viel,
es nennt sie mancher Dichter gar
des Herrgotts Kegelspiel.
50.
Im Schwarzwald-Baar-Kreis wächst das Korn,
d'raus braut de' Fürscht sei Bier,
und daß sein Umsatz immer stimmt,
jo, dafür sorgen wir !!!
51.
Im Badner Land ein Tälchen liegt,
ganz still und zart und fein,
man weiß, daß es kein schön'res gibt
als unser Lichtetal allein.
52.
Und in der fünften Jahreszeit,
da wird Rabatz gemacht,
wir laden alle herzlich ein,
zu unsrer Haimbach Fasenacht.
53.
Am Hacher Fels ein Stein man sieht,
ein großer Ring daran,
da legte einst vor langer Zeit
die Arche Noah an.
54.
In Hach da sitzt man gern beinand,
trinkt Ottos urigen Wein,
der ist als Noahtrunk bekannt,
komm schenke ihn mir ein.
55.
Die beste Mannschaft weit und breit,
das ist der SCF!
LaOla für das Superteam,
und Volker Finke, ihren Chef.
56.
Im Schwarzwald hohe Tannen stehn,
sie sind des Forstmanns Stolz,
auch bei der Expo kann man sehn,
das starke Badner Holz.
57.
In Rothaus steht die Brauerei,
in Neustadt steht die "Spritz",
und wir sind alle Baden treu,
drum ist des unser Sitz.
58.
Die Donau, Deutschland längster Strom,
bei uns ist sie noch rein,
bei Immendingen sie versinkt,
sie möcht halt Badisch sein.
59.
Und Bauer, Städter, Handwerksmann,
sie reichen sich die Hand,
sie sehn einander glücklich an,
s´ist ja ihr Heimatland.
60.
Des Odenwaldes höchster Berg
der Katzenbuckel ist,
wer hier einmal im Urlaub war,
ihn nie im Leben mehr vergißt.
61.
In Gaggenau das Eisenwerk,
in Rotenfels das Bad,
in Oberndorf der Luftkurort,
in Kuppenheim das Schloß
62.
Bei Meßkirch da sind wir zu Haus,
Geniewinkel genannt,
vom Zollernpack sind wir regiert,
das ist für uns die größte Schand.
63.
In Mingolsheim geht man zur Kur
und hört so allerhand:
Dass man dort löscht die Sonne nur -
und keinen Feuer-Brand!!!
64.
Ettlingen die Albgau-Stadt,
liegt auch im Badner Land!
Und ist in ihrem Diadem
ein wahrer Diamant.
65.
Waldbrunn im hohen Odenwald
ein Kleinod ist fürwahr,
auch hier singt man das Badnerlied,
das ist doch Sonnenklar.
66.
Als edle Perl im Badnerland,
liegt Lahr nicht weit vom Rhein.
Dort lebt sichs herrlich Groß und Klein,
ein Lahrer möcht ich sein!
67.
Auch Kronau ist ein schöner Ort,
gehört zum Badnerland.
Der Fasching ist hier wunderbar
und überall bekannt!
68.
In Hornberg stolz auf Bergeshöh`,
steht trotzig fest das Schloss,
das Viadukt es grüßt so schön,
dem Landsknecht hoch zu Ross.
69.
In Dilje isch die Gerberei,
in Leime der Zement,
in Wiesloch isch die Narretei,
des nimmt jo gar kei End.
70.
Der Landkreis Neckar-Odenwald
ist Badens Edelstein -
da macht ein jeder gerne halt
und kehrt bei Freunden ein.
71.
Der Badner trinkt den edlen Wein,
der Schwob der sauft de Moscht,
den schütt der Geizhals in sich nei,
weil der halt fast nix koscht.
72.
Bei Neiene liegt Heidelberg
und nicht im Schwabenland,
den schönsten Marktplatz gibt es hier,
das ist doch weltbekannt.
73.
Die Brigach und die lange Breg
die plätschern vor sich her,
vom Schloßpark fließt die Donau dann,
weit fort ins Schwarze Meer.
74.
Und auf der andren Neckarseit
da wohnt die Schwabensau
und, wenn sie sich herüber traut,
dann hauen wir sie blau.
75.
Der Angelbach fließt durch dies Tal,
er windet sich gar fein,
ein Schwabe kennt dies nicht, welch Qual,
ein Lob auf Eichtersheim!
76.
In Eichtersheim, dem Heckerort,
nebst Wein auch Honig fließt,
nen Schwaben schickt man hier schnell heim,
bevor man ihn erschießt!
77.
Am Iberg die Kastanien blüh'n,
am Kappelberg der Wein,
er ist bekannt im ganzen Land
als Hex vom Dasenstein.
78.
In Appenweier wächst viel Obst,
das ist ja sehr gesund!
Ein schönes Dorf im Badner Land,
es ist in aller Mund!
79.
In Bruchsal prangt ein fürstlich Schloß,
im Kraichgau Obst, Wein, Worscht,
Graf Kuno wankte oft vom Ross,
vererbt sein Brusler Dorscht.
80.
Das war das schöne Badnerlied,
es klang so wunderbar.
Wir singen alle nocheinmal,
so schön und glockenklar
Das schönste Land", das Loblied auf die historische und ökonomische Bedeutung Badens, auf die Schönheit seiner Landschaften sowie das "savoir vivre" seiner Bewohner, wird nicht ohne Grund als heimliche Landeshymne bezeichnet.
So populär es ist, so umstritten ist es auch: wegen der Festung Rastatt, wegen derber Zusatzstrophen auf die Schwaben. Aber es ist mehr als ein reaktionäres Überbleibsel aus Großherzogs Zeiten oder ein Schwabenspottlied.
Das Badnerlied hat seit Jahren in Vereinsleben und Traditionspflege seinen festen Platz und ist aus dem öffentlichen Leben des Landes nicht mehr wegzudenken. Seine Herkunft liegt im Dunkeln, was ganz unterschiedliche Vermutungen hinsichtlich seiner Entstehung aufkommen ließ. Etwa ob es nicht im Zusammenhang mit der Badischen Revolution 1848/49 oder rund 40 Jahre früher entstanden sei - im Zuge der Einverleibung Vorderösterreichs, der rechtsrheinischen Kurpfalz und vieler anderer Besitzungen ins badische Stammland (1803/06).
Das Badnerlied also als musikalisches Bindeglied zwischen den Alt- und Neubadenern, daher der Lobpreis auf Mannheim, Heidelberg, Haslach, Freiburg und den Schwarzwald.
Überlegungen zur Datierung lassen sich an die Residenzstrophe, die ein Stück Zeitgeschichte des 19. Jahrhunderts widerspiegelt, und an die Heidelbergstrophe anknüpfen. Diese stammt aus dem gleichlautenden Studentenlied von Victor von Scheffel, aus dessen "Trompeter von Säckingen" (1870). Mit der "Mannheimer Fabrik" assoziiert man die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF), die 1865 in Mannheim gegründet, aber aus Platzgründen bald auf das linke Rheinufer umgesiedelt wurde.
Die eigentliche Begründerin von Mannheims Industrie ist aber die Maschinenfabrik Lanz, die 1859 gegründet wurde. Die Festung Rastatt liefert ebenfalls zeitliche Anhaltspunkte; sie hatte 1870/71 eine strategisch wichtige Rolle. Danach kann das Lied frühestens um 1860 (Mannheim), spätestens 1870/71 entstanden sein.
1872 wird in einem Zeitungsbericht über eine Militärfeier in Rastatt die "badische Volkshymne" erwähnt, bei der es sich nur um das Badnerlied handeln kann. Gedruckt steht es zuerst in einer kleinen Sammlung von Soldatenliedern, die ein Leutnant eines badischen Infanterieregiments nach dem Gesang seiner Einheit um 1902 veröffentlicht hat. Bereits um diese Zeit wird es unter Austausch der Länder- und Ortsnamen auf die Pfalz, das Elsass, Saarland, Hessen, Württemberg, Bayern im Volksmund umgesungen.
1915 wird die Melodie in einem Schulliederbuch als "alte badische Volksweise" bezeichnet. Sie stimmt anfangs mit dem Württemberg-Lied ("Preisend mit viel schönen Reden") überein, der appellative Schlusstakt erinnert an die Marseillaise. Um 1920 gibt es Überlegungen, das Badnerlied zur badischen Landeshymne zu erheben, Anfang der dreißiger Jahre komponiert der Herbolzheimer Komponist Emil Dörle den berühmten Marsch "Hoch Badnerland", in dessen Schlusstrio er das Badnerlied einlegt. Dieser gehört zum Minimalrepertoire jeder badischen Blasmusik. Im Ringen Leo Wohlebs um die Zukunft Südbadens 1951/52 entsann sich mancher Gegner des geplanten Südweststaates des Liedes, 1975 fungierte es im Kampf gegen das KKW Wyhl als "aktuelles Badnerlied".
In der ersten Spielsaison des SC Freiburg in der Bundesliga (1993/94) wurde es vom damaligen Sponsor als Werbegag eingeführt und erlebt seither im Dreisamstadion sowie im Wildparkstadion in Karlsruhe eine nie da gewesene Popularität. In letzter Zeit wurde es durch unter die Gürtellinie gehende Spottverse zum Antischwabenlied umfunktioniert, aber auch andere Improvisationen für allerlei Anlässe werden ihm angehängt.

Schwabenwitze
1. Kommt ein Schwabe in die Redaktion einer Zeitung und sagt: "Wenn Sie weidrhin in ihrer Zeidung Schwabawitzla druckad, dann isch es die lengschde Zeit gwäa, daß ich mir ihr Zeidung ausleih'!"
2. Ein Schwabe ist gerade dabei, in seinem Wohnzimmer die Tapeten abzulösen. Ein zu Besuch kommender Freund: "Nanu, willsch nei dabeziera?" "Noi, umzieha..."
3. Was ist der Unterschied zwischen Schwaben und Terroristen? Terroristen haben Symphatisanten...
4. Ein Schwabe kommt in eine Bar, sieht sich um, ist allein mit dem Barkeeper und sagt: "Ha, jetztedle schmeiß I a Lokalrunde!"
5. Schwobe' schaffe, Badner denke'.!
6. Durch Zufall trifft sich auf dem Münchner Oktoberfest eine Gruppe von Menschen aus allen Regionen Deutschlands, die über mehrere Tage zusammen in bester Laune feiern. Das Treffen soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Der Bayer verspricht zu diesem Treffen ein Faß des besten Weißbiers zu spendieren, der Westfale will den besten westfälischen Schinken mitbringen, der Rheinländer erlesenen Rhein-Wein, der Norddeutsche Lübecker Marzipan, auch alle anderen versprechen eine Spezialität aus ihrer jeweiligen Region beizusteuern. Nur der Schwabe lächelt und bleibt stumm. Auf die Frage der anderen, was er zu dem Treffen mitbringt antwortet er trocken: "Mai ganze Familie"
7. Was sind zwei Schwaben in einem Porsche Turbo? Ein Dum-Dum-Geschoß!
8. Warum dürfen Schwäbinnen keine Tangas kaufen? Weil man die später nicht als Putzlappen verwenden kann!
9. Weißt du was ein schwäbisches Schorle ist? Ein halbes Glas Sprudel (Mineralwasser) und ein halbes Glas Leitungswasser!
10. Ein Schwabe breitet im Winter Mist aus auf dem gefrorenen Bodensee. Kommt ein Schweizer und sagt:"Ja du Depp, im Frühjahr taut's und dein Mist versinkt im 'See!" Darauf der Schwabe:" Halts Maul, nochher kommt en Öschderreicher, der will den Acker kaufa."
11. Was ist ein Perpetuum mobile? Das ist ein Schotte, der einem Schwaben hinterherrennt, der ihm 10 Cents schuldet.
12. Fußballspiel in einem schwäbischen Dorf. Zur Seitenwahl wirft der Schiedsrichter eine Münze in die Luft. Die Folge: 2000 Verletzte...
13. Ein Schwabe kommt mit einer Zeitung in ein Karlsruher Reisebüro: "Entschuldigad Sie, hier stohd, da I bei Ihne a Luxusreise fier 98 Mark griaga kaa. Gild des Angebod no?" Der Verkäufer stimmt zu und kassiert den Schwaben ab. Da kommen zwei Männer aus dem Hinterzimmer, packen den Schwaben und zerren ihn nach draußen, wo sie ihn in ein Faß stecken, welches sie in den Rhein werfen. Kurz darauf kommt ein Bayer in das Reisebüro. Auch er erkundigt sich nach der Reise, bezahlt und wird mitsamt dem Faß in den Rhein geworfen. Nach einer Weile stoßen die beiden Fässer zusammen. Meint der Bayer: "Entschuldigen sie, können sie mir sagen, ob auf dieser Kreuzfahrt ein Abendessen serviert wird?" Antwortet der Schwabe: "Ich glaube nidd, letschdas Johr hods jedenfalls koins gäba."
14. Ein Schwabe kommt zur Autowaschanlage. Der Besitzer sagt ihm, er solle sich exakt an die Anweisungen auf den Schildern halten, dann könne nichts schiefgehen. Kurz darauf kommt ihm der Schwabe triefnaß entgegen. Er fragt den Schwaben: "Was ist denn mit Ihnen passiert?" Der Schwabe antwortet: "Ha, do war a Schild "Gang raus!" Hano, do ben i halt raus ganga."
15. Was heißt Orgasmus auf Schwäbisch? Sodale Jetzedle!
16. Treffen sich zwei Mücken am Flughafen, da sie endlich mal ein bißchen Urlaub machen wollen. Kommen auch beide weg, und dann treffen sie sich nach zwei Wochen wieder. Die eine Mücke ist braun und fett, die andere bleich und total abgemagert. Sagt die fette Mücke: Sag mal wo warst denn Du? Ich selber war auf Ibiza, und habe mich zwei Wochen lang so richtig satt gesoffen, und Sonne getankt. Sagt die andere: Wollte ich ja auch, habe mich -um wegzukommen- bei einem Schwaben im Geldbeutel versteckt, der hat dann den Geldbeutel zugemacht, und erst heute bei der Ankunft wieder geöffnet!
17. Wie lauten die drei Wörter eines schwäbischen Bräutigams in der Hochzeitsnacht? Ja - hoppla - etza.
18. Ein Schwabe steht am Tresen einer Hotelbar. Als er sich umdreht, stößt er versehentlich mit seinem Ellenbogen an die Brust einer hinter ihm stehenden Dame. "Des tut mir leid, gnädige Frau. Aber wenn Ihr Herz so woich isch wie Ihr Brischdle, wärdet Sie mir gwiaß verzeiha." "Des macht nix" antwortet die schwäbische Dame."Aber wenn Ihr Schwenzle so hart isch wie Ihr Ellaboga, dann hann I Zimmer 354."
19. Schwäbisches Lebensmotto: Schaffe', schaffe' Häusle baue', Katz verkaufe', selber mause'/ Hund verkaufe', selber belle'.
20. Wenn die schwäbische Polizei ein Haus umstellt hat, wie meldet sie sich an? Achdung, achdung, dohanna schwädscht die Bolizei.
21. Was ist die schwäbische Olympiade? Keia - saua - jugga. (für Nichtschwaben: werfen - laufen - springen).
22. Ein älteres schwäbische Ehepaar steht zu später Abendstund auf dem Balkon. Da sehen Sie unten im Gebüsch den Nachbarsjungen ein junges Mädchen anmachen. Da sagt die Frau: "Dr Eugen, so a näddr Kerle. Wenn der bloß koi Dommheit macht. Karle, pfeif 'm doch omal." Sagt der Gatte Karle: "Des fällt mir itt im Draum ei; bei mir hot au koinr pfiffa!"
23. Als Christoph Columbus seinerzeit Amerika entdeckte, hatte er natürlich auch Schwaben an Bord seines Schiffes. Nachdem die Mannschaft an Land gegangen war, schrie also ein Matrose in die Menge: "Isch au oiner von Böblinga drbei?" Da erscholl es mitten aus den "First People": "Noi, abr aus Sendlfenga!"
24. Steht ein Schwabe auf einer Donaubrücke und sieht einen Mann am Ufer knien und das Wasser aus der Donau trinken. Er ruft sofort warnend: "Heh! Bisch verruggd? Des Wassr kasch doch it saufa. Desch doch gifdig ond dreggad!" Der Mann am Ufer schreit zurück: "Nuh, was haste jesacht?" Da ruft der Schwabe: "Langsam trinken! Das Wasser ischd kalt!"
25. Wie wurde der Kupferdraht erfunden? Ein Schwabe hat einen Pfennig zu lange in den Fingern gedreht, er konnte sich nicht entschließen, ihn auszugeben. Oder (zweite Version): Zwei Schwaben fanden gleichzeitig einen Pfennig auf der Strasse, jeder schnappte nach dem Pfennig und beide zogen daran.
26. Kurz und sch(m)erzlos... Auf der Neckarbrücke, entscholdigong, uff dr Neggorbrick schdoohd a arms Schdudentle ond "füttert die Fische", also kotzt... Der vorbeigehende Gog guggt ihn nur mitleidig an und sagt: "Sooo isch`s recht Moale, noo`s Arschloch gschoond!"
27. Ein Gog und ein Berliner wanken steten Schrittes unter dem absingen von Volksliedern nach Hause. Auf der Neckarbrücke (ähem...Neggorbrick) bleiben sie stehen und folgender Dialog trug sich zu: Der Berliner: "Mensch, Karl-Wilhelm, Ihr Schwaben habt et juut, ein Völkchen von lauta Dichta und Denka, ick gloob, du hast auch so wat abbekommen und bist n`Dichta, wa? Dr Gog: " Ha jooh, des koo scho sei..." Der Berliner unterbricht ihn und schlägt nun seinerseits einen improvisierten Dichterwettstreit vor, wobei er sofort dichtet: "Ick steh` uff dieser Neckarbrück`, und spuck den Fischen ins Jenick. Naaaa, det mussde erst ma bessa machen" Daraufhin der Gog: "Jooo, sell war scho guad, abr I kaa des viel besser, bass auf: I schdand uff derra Neggorbrick... ond schdegg den Fenger en dr Arsch" Der Berliner ist sichtlich überrascht und meint nun: "Waa, nuuu, aba det reimt sich doch jarnich..." Worauf der Schwabe listig antwortet: "..abr dichta duads..."
28. Gottes dümmste Gabe ist nun mal der Schwabe!
29. Über Baden lacht die Sonne, über Schwaben die ganze Welt!
30. Wie nennt man im Schwabenland eine gutaussehende Person? – Tourist!
31. Ein Berliner, ein Badner und ein Schwabe sitzen in einer Gaststätte, jeder bestellt sich ein Bier. Da fliegt eine Fliege in das Glas des Berliners, daraufhin bestellt er sich angewidert ein neues Bier und trinkt dann dieses. Dann fliegt eine Fliege in das Glas das Badners, er fischt diese aus dem Glas, wirft sie weg und genießt sein gutes badisches Bier. Zu letzt fliegt eine Fliege in das Glas des Schwaben, er fischt sie auch aus dem Bier, packt sie an den Flügeln, schaut sie böse an und sagt: "Spuck's 'us, aber ällis!"
32. Wie bekommt man einen Schwaben vom Baum? – Man schneidet den Strick durch!
33. Deutsche Bedeutung für schwäbische Pommes? – Spätzle!
34. Was ist für einen Badner der Unterschied zwischen Unglück und Katastrophe? – Unglück ist, wenn ein Boot voller Schwaben untergeht. Katastrophe ist, wenn die Schwaben schwimmen können!
35. Es lupfet sich der Abortdeckel und heraus schaut e' Schwobeseckel!
37. Was ist der Unterschied zwischen einem Schwaben und einem Joghurt? - Der Joghurt hat Kultur!
38. Ein Schwabe, ein Sachse und ein Bayer gehen in ein Puff. Als eine Tänzerin vor ihnen tanzt, packt der Bayer einen 100€-Schein aus, leckt ihn an und klebt ihn der Tänzerin auf die linke Arschbacke. Der Sachse sieht das, findet es sei eine gute Idee und packt auch einen 100€-Schein aus, leckt ihn an und klebt ihn der Tänzerin auf die rechte Arschbacke. Jetzt bemerkt es der Schwabe, zieht eine Kreditkarte aus der Tasche, zieht sie durch den Schlitz und hebt 200€ ab.
39. Woran erkennt man ein schwäbisches Kreuzfahrtschiff? - Es fliegen keine Möven hinterher!
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Wie Baden auf die Landkarte kam
Ursprünglich:
1840
1842
1901
1918
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Wie Baden von der Landkarte verschwand
1813
Als Napoleon 1813 entscheidend geschlagen war versuchte der Württembergische König Friedrich I. sein Königreich Württemberg bis zum Rhein auszudehnen und Baden zu „schlucken".
1919
17.1.1919, Theodor Heuss hält in Stuttgart vor einer Wählerversammlung der „Deutschen Demokratischen Partei" einen Vortrag mit dem Thema „Deutschlands Zukunft". Hierbei sagte er, dass er sich gut vorstellen könne, dass Württemberg und Baden einen guten Staat zusammengeben würden. Er nannte dies eine „Oberrheinische Republik" die er um die Pfalz ergänzt wissen wollte. 1.2.1919, in der Verfassungsgebenden Versammlung des „Volksstaates Württemberg" wurde darüber diskutiert, dass Baden und Württemberg gemeinsam einen Freistaat bilden sollten dem sich Hohenzollern und die Pfalz anschließen könnten. Damit würde das Gewicht von Süddeutschland gegenüber dem Übergewicht von Preußen im neuen Reich verstärkt werden. 28.3.1919, während der Beratungen der Reichsverfassung in Weimar arrangiert Wilhelm Keil, Landtagspräsident von Württemberg und einer der einflussreichsten SPD-Repräsentanten in Württemberg, eine Diskussionsrunde badischer und württembergischer Abgeordneter, 17 nahmen daran teil. Wilhelm Keil wies bei der Eröffnung darauf hin, dass Stuttgart durchaus für eine Vereinigung sei. Die Württemberger meinten u. a., dass sie durch den Zusammenschluss „weniger von Bayern überschattet „würden. Auch über eine Entschädigung von Karlsruhe für den Verlust als Hauptstadt wurde diskutiert. Als Namen wurde „Süddeutsche Republik" bevorzugt. Badische SPD-Politiker befürworteten ebenfalls einen Zusammenschluss. Der ehemalige badische Justizminister Albert Düringer, ein Vertreter der Rechten, nannte die angeblich befreundeten württembergischen Nachbarn ein „intrigantes Völkchen von schwäbischen Dickköpfen". Die Zusammenkunft sollte nicht publiziert werden.
1920
Neubildung der Länder
Beim Reichsministerium des Innern sollte eine Zentralstelle zur Neubildung der Länder eingerichtet werden. Das württembergische Innenministerium formulierte für die Landesvertretung in Berlin eine Weisung. Darin war auch ein Katalog württembergischer Ziele und Wünsche enthalten. An dessen Spitze stand der Zusammenschluss von Württemberg und Baden, mit dem Zusatz „möglicherweise unter Einbeziehung von Hessen (sogenannte Bildung von Großschwaben)".
Hohenzollern
Hohenzollern stellt sich die Frage ob es weiterhin bei Preußen bleiben oder sich Württemberg anschließen sollten. Dabei wurde ein Zusammenschluss von Baden, Württemberg und Hohenzollern zu dem Land „Großschwaben" favorisiert. Wegen der großen Gegensätze zwischen Baden und Württemberg war dies aber nicht möglich. Bei den Ressentiments der Hohenzollern gegenüber den Württembergern war auch der Plan eines Anschlusses an den nunmehrigen Volksstaat Württemberg politisch unrealistisch. Eine Aufteilung des Landes auf Baden und Württemberg widersprach dem Prinzip der Unteilbarkeit des Hohenzollernlandes, also blieben sie vorerst weiterhin bei Preußen.
1945
Besatzung – Bildung neuer Länder
Amerikanische Zone: 19.9.1946 Württemberg-Baden (Nordwürttemberg, Nordbaden) In der Stuttgarter Regierung unter Reinhold Maier saßen fast nur Schwaben. Die Vertreter der amerikanischen Besatzungsmacht verfügten jedoch, dass ein Ausgleich mit Baden stattfinden muss.
Französische Zone: 16.10.1946 Württemberg-Hohenzollern (Südwürttemberg, Hohenzollern) 1.12.1946 Baden (Südbaden), Stuttgart versucht in der Folgezeit aus diesen Zonen den Südweststaat zu bilden. Südbaden wehrt sich heftig dagegen, Nordbaden ist unentschlossen. Nordwürttemberg und Württemberg-Hohenzollern sind dafür. Für Hohenzollern kam ein Anschluss an Württemberg wiederum nicht in Frage, sondern nur ein Zusammenschluss aller drei Länder
1946
30.6.1946 die Bürger wählen die Verfassungsgebende Landesersammlung für Württemberg-Baden. In der Verfassung wird festgeschrieben, wie die Vereinigung mit anderen Ländern und die evtl. Auflösung des Landes erfolgen soll. Die Vereinigung mit einem anderen Land (z. B. Baden oder Württemberg-Hohenzollern) hat durch ein Gesetz zu erfolgen welches mit einfacher Mehrheit vom Landtag zu beschließen ist. Aber für die Auflösung des Landes Württemberg-Baden ist ein Gesetz erforderlich welches mit Zwei-Drittel-Mehrheit zu beschließen ist (So fest wurde Württemberg-Baden zusammengeschmiedet). Diese Klauseln stammten von einem erfahrenen württembergischen CDU-Politiker, und die nordbadischen Mitglieder der Verfassungsgebenden Versammlung haben alle zugestimmt.
1950
15.4.1950, der Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern Gebhard Müller schlägt eine - nicht rechtsverbindliche – Volksbefragung in allen 3 Ländern vor, um herauszufinden wie die Ansichten der Bevölkerung sind. Reinhold Maier und Leo Wohleb stimmen zu. Gefragt werden soll ob eine Vereinigung der drei Länder oder die Wiederherstellung der alten Länder Baden und Württemberg einschließlich Hohenzollern erfolgen soll
Leo Wohleb, Staatspräsident des Landes Baden (Südbaden) erkannte die Gefahr welche uns Badnern durch Stuttgart drohte. Er sagte: „Von 1871 bis 1918 war kein Mensch auf den Gedanken gekommen, dass Baden von der Landkarte verschwinden müsse, damit Württemberg größer und leistungsfähiger werde" (Südkurier 21.9.1950)
24.9.1950 Volksbefragung in allen 3 Ländern mit folgenden Ergebnissen: Nordwürttemberg 93,5 %, Südwürttemberg 92,5 % dafür, warum wohl? Nordbaden 57,4 %, Südbaden 40,4 % dafür. Die Gegenstimmen von Nord- u. Südbaden zusammen betrugen 50,7 %.
1951
25.4.1951,Bonn verabschiedet unter Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) das Neugliederungsgesetz zur Volksabstimmung in Baden und Württemberg. Es legt 4 Stimmbezirke fest, für den Zusammenschluss müssen 3 davon mit „ja" stimmen. Der Antrag zu diesem Gesetz wurde von der FDP-Fraktion im Bundestag gestellt, der Vorschlag kam aus Stuttgart. Er war genau auf das Ergebnis der Volksbefragung vom 24.9.1950 abgestimmt. Der Schwabe Theodor Heuß ist zu diesem Zeitpunkt Bundespräsident, zuvor war er Parteivorsitzender der Bundes-FDP, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag. Der Schwabe Hans Georg Kiesinger ist zu diesem Zeitpunkt Bundestagsabgeordneter der CDU, Mitglied des geschäftführenden Vorstandes der Bundes-CDU, Vorsitzender des Vermittlungsausschusses im Bundestag.
Die Regierung von Baden (Südbaden) legte gegen den Abstimmungsmodus Vrfassungsbeschwerde ein. Das neu gebildete Verfassungsgericht wies die Beschwerde zurück. 6 der 12 Richter stimmten dafür und 6 dagegen, auschlaggebend war die Stimme des Vorsitzenden.
9.12.1951, Abstimmung mit folgenden Ergebnissen: Nordwürttemberg 93,5 %, Südwürttemberg 91.4 % dafür, Nordbaden 57,1 %, Südbaden 37,8% dafür. Die Gegenstimmen von Nord- u. Südbaden zusammen betrugen 52,2 %. Obwohl somit Gesamtbaden dagegen stimmte, erfolgte auf Grund des Gesetzes der Zusammenschluss. Das Bundesverfassungsgericht bezeichnete das später „den überspielten Volkswillen".
1952
25.4.1952, der damalige Ministerpräsident von Württemberg-Baden (Nordwürttemberg, Nordbaden) Reinhold Maier wird zum 1. Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt. Damit ist das Land Baden-Württemberg geschaffen. In das erste Kabinett des neuen Landes berief Reinhold Maier wiederum fast nur Schwaben.
Über den künftigen Landesnamen wird abgestimmt. Die Schwaben kämpften verbissen um den Namen Schwaben, auch Rheinschwaben war im Gespräch. Als äußerste Rückzugsposition gilt Württemberg-Baden, aber auf keinen Fall Baden-Württemberg. Auf die Idee, das Land Baden zu nennen, ist wohl niemand gekommen. Für den Namen Baden-Württemberg stimmten aber schließlich 70 Abgeordnete und für Schwaben 39 und dies waren ausschließlich Schwaben.
1956
30.5.1956, das Bundesverfassungsgericht entscheidet, auf Grund einer Verfassungsklage des „Heimatbund Badener Land", dass die Abstimmung in Baden wiederholt werden muss. Es übte an der Abstimmung von 1951 deutliche Kritik: „Der Wille der badischen Bevölkerung ist ...... überspielt worden", und „Bei der Abstimmung am 9.12.1951 haben ... „zwei Bevölkerungen" , die badische und die württembergische, in der Weise gemeinsam abgestimmt, daß die zahlenmäßig stärkere die schwächere majorisieren konnte. Es war eine Abstimmung bei der die badische Bevölkerung gerade nicht selbst bestimmen konnte, in welchem Verband sie künftig leben will.
16.9.1956, die Eintragungsfrist für das Volksbegehren welches für die erneute Abstimmung erforderlich war endet. 15 % statt der erforderlichen 10 % der wahlberechtigten Badner haben sich für einen Volksentscheid ausgesprochen. Nun aber begann die Verzögerungstaktik der Landesregierung. Mit allen Mitteln wurde erfolgreich verhindert, dass die Abstimmung stattfinden konnte. Eine maßgebliche Rolle spielte auch hierbei Kurt Georg Kiesinger. Je länger die Abstimmung hinausgeschoben wurde, umso geringer war das Risiko, dass die Badner für die Trennung stimmen würden. Dies bestätigte auch eine Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie. Die Abstimmung wurde 14 Jahre verschleppt. In dieser Zeit wurden wir Badner „abstimmungsreif" gemacht. 1966 wurde der aus Baden stammende Filbinger Ministerpräsident (bis1978), übrigens der einzige aus Baden. Weiterhin befanden sich in dieser Ära mehr Politiker aus Baden denn je in der Regierung. Wirtschaftliche Fördermaßnahmen konzentrierten sich sehr stark auf badische Gebiete, und es wurde noch nicht zentralisiert.
1969
2.7.1969, das Grundgesetz wird geändert (Artikel 29 Abs. 3). Demnach war bis zum 30.6.1970 im Gebietsteil Baden ein Volksentscheid durchzuführen.
1970
26.2.1970, ein Durchführungsgesetz macht den Weg zur Volksabstimmung endgültig frei. Es ist darüber abzustimmen ob das frühere Land Baden wiederhergestellt werden, oder in Baden-Württemberg verbleiben soll. Nun begann wieder der Kampf um den Südweststaat, und wieder mit ungleichen Waffen. Die Mittel des „Heimatbund Badische Lande", waren begrenzt. In ehrlicher badischer Weise listeten sie die Versäumnisse welche die Landesregierungen uns Badnern gegenüber hatten auf. Die Befürworter des Südweststaates boten alles mögliche auf. Der Großverleger Burda ließ Karel Gott, Udo Jürgens, Manuela und die Bentley Sisters für BW singen. Die Landesregierung machte Versprechungen. Der Herr Ministerpräsident Hans Filbinger erschien am Abend vor der Abstimmung auf der Mattscheibe und fragte die badischen Rentner, die Arbeiter und Angestellten in den Staatsbetrieben und –verwaltungen, ob sie sich schon einmal Gedanken gemacht hätten, wer im armen Land Baden ihre Renten, ihre Löhne und ihre Gehälter bezahlen werde. Und dann merkte er noch an, er wolle „gegebenenfalls zehn Jahre lang die Gerichte mit Prozessen beschäftigen", sollten sich die Badner für die Wiederherstellung des Landes entscheiden. Warum nur hat Stuttgart seit 1919 so verbissen um uns angebliche „Badische Hungerleider" gekämpft?
7.6.1970, die Volksabstimmung findet statt. 62,5 % der stimmberechtigten Badner beteiligten sich daran. 81,9 % stimmten für den Verbleib in BW. Die Stuttgarter Wahlvorbereitungen waren erfolgreich.
1971 –1974 Die Landesregierung führt eine Gebietsreform durch. Gemeinden müssen sich zu größeren wirtschaftlichen Verwaltungseinheiten zusammenschließen, bzw. kleine Gemeinden müssen sich den nächsten größeren anschließen (Eingemeindungen). Ebenso werden die Landkreise neu gegliedert. Beide Maßnahmen werden entlang der ehemaligen Grenze zwischen Baden und Württemberg grenzübergreifend durchgeführt. Damit wird die ehemalige Grenze total verwischt, so dass der badische Landesteil nicht mehr genau definiert werden kann. Schließlich nimmt man den Regierungspräsidien den Landesnamen, Nordbaden wird in Karlsruhe und Südbaden in Freiburg umbenannt. Damit ist der Name Baden ausgelöscht, es gibt ihn auf keiner Landkarte mehr sondern, nur noch im Landesnamen Baden-Württemberg. Wenn man eine solche Karte anschaut kann man den Landesteil Baden nicht mehr finden. Zum Glück hat sich inzwischen ein bayrischer Verlag uns Badnern erbarmt und 2001 eine schöne „ Badisch-Schwäbische" Landkarte bzw. Straßenkarte i. M. 1 : 300.000 herausgegeben. Sie enthält unsere historische badische Landesgrenze und ein komplettes Ortsverzeichnis auf der Rückseite. (Berndtson & Berndtson, ISBN 3-89707-700-0, im Buchhandel)
Von 1966 – 1978 war Hans Georg Filbinger Ministerpräsident. Er wurde am 15.9.1913 in Mannheim geboren und war bisher der einzigste aus Baden stammende Ministerpräsident. In der Zeit nach 1966 saßen auch mehr Badner als Württemberger in der Regierung. In der Regierungszeit des „Badner-Ministerpräsidenten" wurde die Volksabstimmung vorbereitet (das Badische Volk vorbereitet) und durchgeführt. Ebenso die Verwaltungsreform bei welcher Baden ausgelöscht wurde. Waren das die Ideen der Regierungs-Badner oder der Partei im Hintergrund? War es Zufall oder Methode dass man diese Arbeit von den Badnern erledigen ließ?
2001 Bisher gab es in Baden-Württemberg 13 Regionen von welchen nur eine den Namen Schwaben trug, nämlich Bodensee-Oberschwaben. Auf einer Karte von regioinfo.de gibt es jetzt nur noch 3 Regionen. Auf diese Seite führt direkt ein Link von der offiziellen Homepage des Landes, baden-württemberg.de.
1. Neckarland-Schwaben
2. Bodensee-Oberschwaben
3. Schwarzwald Baden ist weg, und es führen 2/3 unseres Landes Baden-Württemberg den Namen Schwaben. Damit ist Stuttgart dem Ziel, das es bereits 1952 hatte, nämlich das Land „Schwaben" zu nennen, einen großen Schritt näher gekommen. Der Neckar und der Bodensee sind nach schwäbischem Verständnis schon immer schwäbisch, die Teile welche zu Baden gehören werden einfach übersehen bzw. einverleibt (schwabenisiert). Da auch ein Teil des Schwarzwaldes schwäbisch ist, gilt das auch für diesen. Mit den Bezeichnungen der drei Regionen Neckarland, Bodensee und Schwarzwald hätten die Schwaben aus vorgenanntem Grund vermutlich auch keine Probleme, alles ist schwäbisch. Wir wollen deshalb unsere Landesgrenze zu Württemberg wieder in den offiziellen Landkarten haben und auf unserem Teil muss Baden stehen, um der Schwabenisierung entgegen zuwirken.
2002
Auf Anordnung der Landesregierung soll in ganz Baden-Württemberg der 50. Jahrestag des Zusammenschlusses gefeiert werden. Die Feiern finden hauptsächlich in Württemberg statt, die haben schließlich ihren Sieg zu feiern. Die Schulen haben am. 25.4.2002 unterrichtsfrei (nicht schulfrei), die Schüler müssen kommen um zu jubilieren. In Baden gibt es einige kritische Gegenveranstaltungen dazu in: Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg, Freiburg, Konstanz
12.9.1847 Offenburg:
Die Versammlung der "Entschiedenen Freunde der Verfassung" im Gasthaus Salmen verabschiedet ein Programm mit 13 "Forderungen des Volkes".
15.9.1847 (ca.) Schwetzingen:
Der Arzt Dr. Heinrich Tiedemann, Ehemann von Heckers Schwester Anna Maria, organisiert einen Demonstrationszug, bei dem eine schwarz-rot-goldene Fahne mitgeführt wird, die mit bei der Revolution von 1918 nochmals zum Einsatz kommt.
27.2.1848 Mannheim:
Volksversammlung an der etwa 2.500 Personen teilnehmen.
2.3.1848 Tübingen:
Versammlung von Professoren, Studenten und Bürgern im Akademischen Reithaus, Wilhelmstraße. Mehr als 1.000 Bürger unterzeichenen die Petition von Ludwig Uhland mit Forderungen nach Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Parlament u.a. an König und Regierung.
5.3.1848 Heidelberg:
Versammlung von 51 Städtevertretern im Badischen Hof, die - von einer großen Menschenansammlung begleitet - eine Erklärung zur Einberufung eines Vorparlaments nach Frankfurt verabschiedet.
5./6.3.1848 Mülheim:
"Mülheimer Krawalle": Gewaltsame Ausschreitungen gegen Juden, die etwa 12% der Stadtbewohner ausmachen.
5./6.3.1848 Niederstetten:
Aufständische Bauern setzen Domänenkanzlei des Fürsten von Hohenlohe-Jagstberg in Brand und vernichten standesherrliche Akten.
8.3.1848 Mosbach:
Aufständische Bauern fordern die Aufhebung der Feudallasten vor dem Leinigenschen Rentamt im heutigen Stadtteil Neckarelz.
8.3.1848: Donaueschingen:
Volksversammlung mit 4.000 Teilnehmern auf den Rübäckern, späteren Bahnhofsstadtteil.
9.3.1848 Buchen:
Aufständische Bauern aus dem Odenwald stürmen das fürstlich-leinigensche Rentamt und verbrennen Akten.
9.3.1848 Stockach:
Volksversammlung des Seekreises, des Hegaus, der Baar und des Heubergs mit etwa 6.000 Teilnehmern. Zentrales Thema ist der Selbstschutz der Bürger vor Regierungswillkür unter der Parole: "Wer keine Flinte hat, mache die Sensen gerade!"
10.3.1848 Mudau:
Nachdem am Vortag Akten im Rentamt Ernsttal verbrannt worden sind, überreichen zwischen 800 und 3.000 bewaffnete Bauern in Amorbach einen Forderungskatalog, der den Verzicht des Fürsten von Leinigen auf alle standesherrlichen Vorrechte zum Ziel hat.
10.3.1848 Hardheim:
Aufständische Bauern stürmen den "Schüttungsbau", den Kornspeicher des Fürsten von Leinigen, nehmen 1.500 Malter (über 100 Tonnen) Getreide mit und verbrennen Akten und Urkunden.
11.3.1848 Künzelsau:
Bauern fordern die Herausgabe der rentamtlichen Bücher des Fürsten von Hohenlohe-Oehringen.
11.3.1848 Hechingen:
1.500 Aufständische, z.T. mit Sensen, Stöcken und Pistolen bewaffnete Bauern fordern vom Fürsten, der von Hechinger Bürgern ins Rathaus geleitet wird, seine Zustimmung zur "Schlatter Petition", die u.a. die Beseitigung der Feudallasten beinhaltet.
13.3.1848 Altensteig:
Bürger wenden sich an den württembergischen König Wilhelm I. mit der Forderung, die Bevölkerung von den Lasten und Abgaben an die Freiherren von Gültlingen zu befreien und deren Sonderrechte zu beseitigen.
14.2.1848 Villingen-Schwenningen:
Zweite Volksversammlung für den Oberamtsbezirk in Villingen, bei der fast 3.000 Teilnehmer schwarz-rot-goldene Kokarden an ihren Hüten tragen. Der liberale Abgeordnete Karl Mathy darf sprechen, wohingegen der Republikaner Joseph Fickler Redeverbot erhält.
18.3.1848 Lahr:
Erste Ausgabe (Probeblatt) der republikanischen Zeitung "Schutterbote", die regelmäßig ab 1.April erscheint. Herausgeber ist Johann Friedrich Rost, ein Vetter des Mitorganisators des Hambacher Festes, Philipp Jacob Siebenpfeiffer.
21.3.1848 Tuttlingen:
Volksversammlung, zu der wenige Tage vorher von dem Buchhändler Sixt Ludwig Kapff gegründete Bürgerverein aufgerufen hat.
26.3.1848 Freiburg:
Volksversammlung mit etwa 25.000 Teilnehmern auf dem Münsterplatz, bei der Carl von Rotteck und Gustav Struve eine Rede halten.
30./31.3.1848 Bühl:
Gewaltsame Ausschreitungen gegen Juden. Bürgerversammlung fordert die Juden auf, auf ihr Bürgerrecht zu verzichten.
2.4.1848 Achern:
Volksversammlung im Gasthaus "Zur Republik", das nach der Revolution in "Zur Hoffnung" umbenannt worden ist.
2.4.1848 Kirchheim unter Teck:
Erste Volksversammlung im Freihof, an der etwa 1.500 Menschen teilnehmen.
8.4.1848 Leonberg:
Auf einer Wahlveranstaltung zur Landtagswahl mit dem Weilimdorfer Landtagskandidaten Friedrich Notter wird ein Verein zu "Besprechung vaterländischer Angelegenheiten" gegründet, der allerdings schon wenig später "kein Lebenszeichen von sich gibt", wie im Stadt- und Amtsboten vom 2.Juni beklagt wird.
9.4.1848 Walldürn:
Im Zuge der Bauernunruhen wird das Geschäft des jüdischen Kaufmanns Aaron Sender in der Hauptstr. 50 geplündert. Türen und Fenster des katholischen Pfarrhauses werden zertrümmert, um Stadtpfarrer Faulhaber zum Verzicht auf einen Großteil der jährlichen Holzlieferungen der Gemeinde zu zwingen.
12.4.1848 Überlingen:
Volksversammlung mit etwa 600 Teilnehmern in der Franziskanerkirche. Gustav Struve, der gerade mit dem Dampfschiff aus Konstanz gekommen ist, erläutert die "Offenburger Beschlüsse" der Zweiten Volksversammlung vom 19.März (Bildung Vaterländischer Vereine und Bestimmung Heckers zum Obmann) und ruft zum Aufstand auf.
13.4.1848 Konstanz:
Aufbruch des Heckerzuges mit etwa 50 bewaffneten Männern mit Ziel Karlsruhe.
15.4.1848 Lottstetten:
Die Rheinkolonne unter der Führung des Engelwirts Joseph Weißhaar bricht auf, um sich dem Heckerzug anzuschließen.
16.4.1848 Singen:
200 Mann schließen sich der Kolonne unter Franz Sigel an. Ihr Kommandeur Anton Schrott soll bei der Niederlage vor Freiburg den Befehl gegeben haben: ,Wer vu Singe isch, wirf´s Gwehr un d´Sages furt und renn mir noch...'
20.4.1848 Kandern:
Gefecht auf der Scheideck bei Kandern. Zerschlagung des Freischarenzugs Friedrich Heckers durch badisches und hessisches Militär. Hecker hatte die Verstärkung durch die "Deutsche Legion", die ihm Emma Herwegh angeboten hatte, zunächst abgelehnt.
22.4.1848 Böblingen:
Trotz einer großen Volksversammlung im Rathaus bleibt es im Städtchen ruhig, was einer Anekdote nach der energischen Wirtin des Gasthauses "Dinkelaker" zu verdanken ist, die den Nille-Fritz, als dieser zur Revolution aufreis, bei den Ohren nahm: " Horchet Fritz, sitzet na´ ond mer still, oder i schmeiß euch naus!"
22./23.4.1848 Breisach:
Nachdem die Mobilisierung für den Heckerzug gescheitert ist, schließen sich einige Bewaffnete aus dem heutigen Stadtteil Güntlingen der Freischärlerkolonne unter Franz Sigel und Gustav Struve an, die sich auf dem Weg nach Freiburg befindet.
25.4.1848 Weil am Rhein:
250 deutsche Handwerksgesellen aus der Schweiz und Frankreich besetzen auf der Suche nach Herweghs "Pariser Legion" die "Schusterinsel" im Rhein. Die Einwohner von Weil versorgen sie mit Proviant.
25./26.4.1848 Murrhardt:
Ferdinand Nägele wird als einziger Handwerker in die Nationalversammlung gewählt nach dem Motto Justinus Kerners "Nicht Doktors, nicht gelehrt Geister! Wir wählen diesen Schlossermeister; Er schlag mit Hämmern klein und groß, ganz Deutschland seine Fesseln los!"
26.4.1848 Biberach:
Im Wahlbezirk Biberach-Leutkirch wird Constantin Fürst von Waldburg-Zeil-Trauchburg in die Nationalversammlung (Vorparlament) gewählt, wo er mit der "Linken" stimmt. Seinen Wahlerfolg hat der "rote Fürst" den Bauern zu verdanken, die mehrheitlich für ihn stimmen, da er sich für ihre Rechte einsetzt. Wegen "Beleidigung der Staatsregierung" muss er am 1.November1850 eine Haftstrafe auf der Festung Hohenasperg antreten.
7.5.1848 Winnenden:
Der Versuch, eine Bürgerwehr zu organisieren, ist in Ermangelung geeigneter Schusswaffen von wenig Erfolg gekrönt: Schon nach der ersten Exerzierübung müssen 55 von 276 Mann wegen Ausbleibens mit einer Geldbuße belastet werden.
12.5.1848 Nagold:
"Nagolder Exzess": Nach der Wahl des liberalen Engel zum neuen Schultheißen, der den Konservativen Belling ablöst, sollen Anhänger Engels nach der Siegesfeier Bürger des anderen Lagers auf der Straße verprügelt haben.
18.5.1848 Calw:
Karl Mathy, der in Baden nach der Verhaftung des Republikaners Joseph Fickler nicht auf ein Mandat hoffen konnte, vertritt von nun an den württembergischen Wahlkreis Calw-Neuenbürg in der Nationalversammlung.
7.6.1848 Waldshut-Tiengen:
Friedrich Hecker, der bereits im schweizer Exil ist, wird im Wahlbezirk Waldshut-Tiengen in die Nationalversammlung gewählt. Nachdem die Nationalversammlung die Wahl Heckers für ungültig erklärt hat, bleibt Tiengen ohne Vertretung in der Nationalversammlung.
12.6.1848 Friedrichshafen:
Volksversammlung mit etwa 5.000 Teilnehmern, zu der nicht zuletzt das, "Württembergische Seeblatt" des Redakteurs Carl Ignaz Schabet mobilisiert hat.
15.6.1848 Weinsberg:
Sympathiekundgebung für verhaftete Wortführer des Bauernaufstandes vor dem Oberamt. Am 1.November1850 muss der Sohn des Weinberger Arztes und Dichters Justinus Kerner, Theobald, wegen "Anstiftung zum Hochverrat" eine zehnmonatige Haftstrafe auf der Festung Hohenasperg antreten.
21.6.1848 Eppingen:
Kundgebung badischer und württembergischer auf den Ölwiesen im heutigen Stadtteil Kleingartach.
27.6.1848 Ulm:
"Schiffskrawall": Eine demokratische Versammlung im Gasthaus "Schiff" wird von württembergischen Regierungstruppen blutig niedergeschlagen. Davon, dass sich die Ulmer Bürger dem Widerstand verschrieben haben, zeugt der Einsatz von Heubarrikaden gegen das 3. Infanterieregiment ein Jahr später.
5.8.1848 Asperg:
Der erste 48er, Adolf Majer, Redakteur der Heilbronner Zeitung "Neckardampfschiff", wird wegen der ihm zur Last gelegten "revolutionären Umtriebe" auf der Festung Hohenasperg inhaftiert.
15.8.1848 Oberkirch:
Volksversammlung. Nachdem der radikale Republikaner Friedrich Frech vermutlich im Juli 1849 nach Amerika fliehen musste, erwirbt dessen Sohn Friedrich Raimund 1876 das Haus in der Apothekergasse. Seit 1990 "´s freche hus" als Kulturzentrum genutzt.
3.9.1848 Aalen:
Bei der Fahnenweihe, an der etwa 5.000 Menschen teilnehmen, überreichen die "Jungfrauen mit schwarz-roth-gold- denen Schärpen" der Bürgerwehr die Fahne. Bereits im März 1848 vermerkte Oberratmann Bürger in einem Rapport nach Stuttgart: "Die Weiber mischen sich auch in die Sache, und das ist immer schlecht."
21.9.1848:
Ausrufung der "Deutschen Republik" durch Gustav Struve.
22.9.1848 Schliengen:
Revolutionär Friedrich Neff aus Rümmingen beschlagnahmt die Eisenbahnkasse mit 1.500 Gulden auf dem Bahnhof, auf dem Endpunkt der Rheintalbahn, an der die Truppentransporte ankamen, die gegen die Erhebung Heckers und Struves eingesetzt wurden.
22.9.1848 Ettlingen:
Eisenbahnattentat: Gleise werden demoliert. Der Gemeinderat und spätere Bürgermeister Philipp Thiebauth wird der Anstiftung zur Eisenbahnsabotage beschuldigt und aufgrund einer Denunziation verhaftet.
22./23.9.1848 Friesenheim:
Eisenbahnattentat: Schienen werden aufgerissen, um den Transport von Truppen aus Karlsruhe ins badische Oberland verhindern.
23.9.1848 Weinheim:
Eisenbahnattentat: Anschlag auf die Main-Neckar-Bahn, bei der ein Truppentransport von Darmstadt nach Heidelberg - zwei Tage nach Beginn des Struveputsches - verunglückt.
24.9.1848 Staufen:
Gefecht, bei dem Struves Freischaren von badischen Regierungstruppen zerschlagen werden. Seine Frau Amalie nimmt an allen Unternehmungen ihres Mannes teil und wird nach der Niederschlages des Septemberaufstandes wegen "Hochverrats" im Freiburger Gefängnis inhaftiert.
24.9.1848 Ravensburg:
Volksversammlung mit fast 6.000 republikanisch gesinnten Teilnehmern aus Oberschwaben.
24.9.1848 Rottweil:
Der Gaildorfer Fabrikant Gottlieb Rau ruft etwa 4.000 Zuhörer in der Oberen Hauptstraße zum bewaffneten Zug nach Cannstatt auf, wo für den 28.September eine Volksversammlung geplant ist.
25.9.1848 Wehr:
Verhaftung von Gustav Struve im Gasthaus "Krone".
26.9.1848 Balingen:
Der im nachhinein als "Zwetschgenfeldzug" belächelte Freischarenzug aus Rottweil unter Führung von Gottlieb Rau ereicht sein Ziel Cannstatt nicht, sondern löst sich vorher auf. Rau u.a. Teilnehmer werden auf der Festung Hohenasperg inhaftiert.
26.9.1848 Sigmaringen:
Nachdem sich zwei Tage zuvor tausende vor der Tribüne mit einem schwarz-weiß bemalten Kürbis als Symbol Hohenzollerns, in dem ein Schwert steckte, in Trifflingen versammelt haben, findet eine Volksversammlung statt. Fürst Karl Anton flieht.
28.9.1848 Angelbachtal:
Der in Eichtersheim als Sohn eines Rentamtmannes aufgewachsene Friedrich Hecker verbringt seinen 37. Geburtstag auf der Überfahrt nach Amerika auf dem Schiff "Hermann".
30.9.1848 Wertheim:
Als drei Bürgermeister im Namen von neunzehn Gemeinden der ehemaligen Grafschaft Wertheim um die Erlassung einiger alter Abgaben bei Erbprinz Adolf zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, auch Bannerführer der Bürgerwehr vorsprachen, sollen sie als Antwort haben: "Ja, ja! Ihr bekommt nichts. Der Fürst Löwenstein scheißt nicht in die Hosen!"
24.11.1848 Baden-Baden:
An der Gedenkfeier zu Ehren des am 2.November in Wien strafrechtlich erschossenen Revolutionsführer und Abgeordneten Robert Blum nimmt ein Drittel der Einwohner des "größten Kurorts Deutschlands" teil.
Frühjahr 1849 Bad Rappenau, Gründung des demokratischen Volksvereins, dem auch viele Juden beitreten, im heutigen Ortsteil Obergimpen, damals ein Dorf mit 1.200 Einwohnern, von denen etwa 10% Juden sind.
22.4.1849 Esslingen:
Volksversammlung mit dem Ziel, den württembergischen König Wilhelm I. zur Anerkennung der Reichsverfassung zu bewegen. Drei Tage später wird in Stuttgart die Verfassung verkündet.
24.4.1849 Ludwigsburg:
König Wilhelm I. von Württemberg nimmt (als einziger der größeren deutschen Fürsten) im Residenzschloss die Reichsverfassung an auf Druck des Ministeriums unter Friedrich römer, das ihm von Stuttgart nach Ludwigsburg gefolgt ist.
12.5.1849 (ca.) Ettenheim:
Gründung eines der ersten politischen Frauenvereine im Land durch Antonia Maria Stehlin. Erste Aktion der ca. dreißig Mitglieder ist die Herstellung einer roten Fahne für den Demokratenverein.
12./13.5.1849 Kehl:
Volksversammlung, bei der die Demokraten zur bewaffneten Durchsetzung der Reichsverfassung aufrufen. Nach dem Soldatenaufstand in Rastatt vom 11./12. Mai werden die in Kehl stationierten Soldaten zum Übertritt aufgefordert. Zur gleichen Zeit findet in Offenburg die dritte Volksversammlung mit 30.000 Teilnehmern satt.
13.5.1849 Karlsruhe:
Flucht des Großherzogs Leopold nach Ausbruch von Militärmeutereien un badischen Garnisonen. In demselben Jahr besticken Henriette Obermüller und andere Frauen eine rote Fahne mit der Aufschrift "Durchlachs Democratinnen den Turnern 1849 - Siegen oder Tod".
13./14.5.1849 Bruchsal:
Nach der Flucht des Großherzogs werden die politischen Gefangenen, darunter Gustav Struve, der wegen Überfüllung im "Weiberzuchthaus" untergebracht war, aus dem Zuchthaus befreit.
14.5.1849 Neckargemünd:
Volksversammlung auf dem Dilsberg die von dem über 100 Mitglieder zählenden Volksverein organisiert wird.
15.5.1849 Ladenburg:
Der geplante Neckarübergang der letzten dem Großherzog treu gebliebenen Truppen unter Oberst Hinkeldey, die über den Neckar nach Norden entkommen wollen, scheitert an der Bürgerwehr, die sich ihnen entgegen stellt.
17.5.1849 Haßmersheim:
Die Bürgerwehr verfolgt die dem Großherzog treu gebliebenen badischen Dragoner. Bei dem Versuch, die Offiziere zu stellen, die sich nach Württemberg abgesetzt haben, zu stellen, kommt ihr die Heilbronner Bürgerwehr zuvor und gibt den Offizieren freies Geleit.
20.5.1849 Waldkirch:
Volksversammlung.
27./28.5.1849:
Auf der Pfingstversammlung treffen sich 20.000 Bürger für dieVerteidigung der Reichsverfassung und fordern die württembergische Regierung auf, sich der badischen Revolution anzuschließen.
2.6.1849 Bretten:
Eine Schar von Brettenern zieht zur Landesgrenze hebt den badischen Grenzstock - das Symbol der verhassten Kleinstaaterei - aus und trägt ihn im Triumphzug zum Marktplatz.
5.6.1849 Heilbronn:
Die Turnerwehr unter Kommandeur Ugust Bruckmann, Sohn des Silberfabrikanten, rückt zur Unterstützung der Revolution nach Baden an die Neckarfront aus.
6.6.1849 Stuttgart:
Nach Auflösung der Frankfurter Nationalversammlung findet sich das "Rumpfparlament" mit den verbliebenen 194 Abgeordneten, davon 21 aus Württemberg, zu seiner ersten Sitzung im Halbmondsaal der Ständekammer zusammen. Am 18.Juni wird es von württembergischen Militär auseinandergejagt.
13.6.1849 Gengenbach:
Nach dem Soldatenaufstand in der Festung von Rastatt am 11./12.Mai schicken Frauen gesammelte Kleidungsstücke, Verbandsmaterial und Nahrungsmittel in die republikanische "Freiheitsfestung".
21.6.1849 Waghäusel:
Bei der Schlacht nahe der Zuckerfabrik erfährt die badisch-pfälzische Revolutionsarmee durch die preußischen Truppen eine empfindliche Niederlage und zieht sich an die Murglinie zurück.
22./23.6.1849 Sinsheim:
Als Freischäreler die Todesstrafe für den später berühmt gewordenen Physiker Robert Mayer fordern, lässt ihn Franz Sigel frei mit der Bemerkung: "...alle Reaktionäre könne er doch nicht erschießen lassen."
24.6.1849 Freudenstadt:
250 Freudenstädter ziehen zum großen Fled bei Grünmettstetten, wo die Freischärler vom oberen Neckartal zu denen vom Schwarzwald stoßen sollten und von dort aus weiter nach Stuttgart, um das Ministerium Römer zu stürzen.
24.6.1849 Ubstadt:
Während des Gefechts mit den Preußen verschanzen sich einige badische Revolutionäre, die von der Revolutionsarmee Mieroslawkis abgeschnitten sind, in Ubstadt. Zwei der im Turm der Pfarrkirche verschanzte Freischärler werden von preußischen Soldaten vom Kirchturm geworfen. Dem einen werden dabei, weil er sich festhalten will, beide Hände abgehauen. Noch im Fallen wird er vom preußischen Kugelhagel durchsiebt. Er ist nicht der einzige, der von den Preußen erschossen wird.
29.6.1849 Gaggenau:
Niederlage der badischen Revolutionsarmee. Der Dichter Gottfried Kinkel wird verwundet und gerät in preußische Gefangenschaft.
29.6.1849 Gernsbach:
Gefecht an der Murg zwischen der badischen Revolutionsarmee und den Bundestruppen, die schließlich die Stadt einnehmen.
29.6.1849 Malsch:
Kronprinz Wilhelm, der von den Revolutionären als "Karätschenprinz" bezeichnete Oberbefehlshaber der preußischen Truppen, schlägt sein Hauptquartier im Haus des Apothekers und inzwischen geflohenen Vorsitzenden des Volksvereins Kohlreuter auf.
23.7.1849 Rastatt:
Kapitulation der Festung Rastatt nach über dreiwöchiger Belagerung durch preußische Truppen. 5.500 Freiheitskämpfer, die sich dort verschanzt hatten, werden in den Kasematten gefangen gesetzt, 19 fallen den Standgerichten zum Opfer, unter ihnen Ernst Elsenhans, der Herausgeber und Redakteur des "Festungsbogens". Am 28.Juli geling es Carl Schurz als einem der wenigen, aus der von den Preußen abgeriegelten Festung durch einen Abwasserkanal zu entkommen.
9.8.1849 Rümmingen:
Der aus Rümmingen stammende "rote Republikaner" Friedrich Neff wird "wegen Anstiftung zum und Teilnahme am hochveräterischen Aufruhr im Großherzogtum Baden" von einem Freiburger Standgericht zum Tod durch erschießen verurteilt.
26./27.8.1849 Nürtingen:
Infolge der Sympathiekundgebung für den aus der Untersuchungshaft auf der Festung Hohenasperg entlassenen Ratsschreiber Winterle kommt es zum Einsatz von Militär, Auflösung der Bürgerwehr und zahlreiche Verhaftungen.
14.9.1849 Pforzheim:
Andreas Counis wird wegen "Meuterei, Hoch- und Landesverrat" von einem Standgericht zum Tode verurteilt und am nächsten Tag hingerichtet.
